TRANS-SARDiGNA

 

TRANS-SARDiGNA 2009

 

TRANS-SARDiGNA - Reko-Bericht - 12.-17.06.09

Wieder mal ist's geschehen! mot-on-tour.ch auf Reko-Tour! Eigentlich hat's zwei Gründe: zum einen soll die Tour wieder HAMMER werden, zum anderen ist uns für euch kein Aufwand zu gross... und zum dritten, es war einfach wieder mal an der Zeit, auf Tour zu gehen und neue Wege zu entdecken. "Das Ziel ist nur ein Vorwand, sich auf den Weg zu machen". Nun ja, das mit den neuen Wegen ist etwas übertrieben, denn es hatte gar keine, jedenfalls teilweise... was soll's, war alles fahrbar! Nun von Anfang an...

 

Freitagmittag: Abfahrt von Bern aus Richtung Genua. Die Zeit drängte und ich (mot1, mot2 konnteleider nicht mitkommen, aber er fehlt halt schon. Er konnte einfachn nicht, schade...) musste noch das Ticket in Genua lösen. War alles andere als einfach, über's Internet ging das letztes Mal besser. Die Fähre löste ihre Taue pünktlich und die Überfahrt war sehr ruhig. Wie immer gab's erst um 0545 den ersten Kaffee an der Bar und der war auch nur so mittelmässig... 

 

 

Samstag: Die Fahrt ins Zielgebiet war unglaublich schön! Kurven ohne Ende, aber eben alles asphaltiert. Etwa in der Mitte der Strecke war's mir und Lady aber nicht mehr wirklich wohl. Wir brauchten etwas Abwechslung, also ab an den Strand, ein bischen "sandele". Was great, just for amusement! Gelandet sind wir dann gegen Abend in Calgiari...

 

 

Sonntag: Spät aufgestanden und in den Morgen gedümpelt. Aber eben, da war es wieder das unglaubliche "Reissen" nach losem Untergrund. Unterwegs haben wir noch ein Projekt in Angriff genommen, das schon lange auf der Pendenzenliste stand: Die filmische Visualisierung der richtigen Blicktechnik in Kurven... Näheres folgt! (War gar nicht so einfach, x-mal die gleiche Strecke fahren. Glaube der Kirscheverkäufer oben am Pass dachte: "Der spinnt ja völlig!", zumal Lady immer auf dem Hinterrad wegfahren wollte...). Dann war das Reissen unwiderstehlich, es musste Schotter unter die Räder! Zu Beginn war's ein Bachbett mit allem was das Herz begehrt. HERLICH! Rund ging's zu und her, mit Sprüngen und so, alles was das Herz begehrt, aber eben alles nur flach. Also ab in die nahen Hügel. 

 

Zu Beginn waren das ja so richtig schöne Feldwege, die man mit "Flügeln" durchpferchen konnte. Alles easy und an jeder Abzweigung waren spontane Entschlüsse gefragt. Ganz einfach immer weiter. Die Entscheidungen schienen auch immer sehr spontan und hatten keinerlei Einfluss auf den Fahrspass. Im Ohr war 4/4 Takt von Status Quo, also immer schön die rechte Hand am Quirl und munteres angasen. Die Feldwege wurden aber immer "spannender". Aber was soll's, alles fahrbar, wenn man so will. Ausserdem sind Lady und ich uns schon einiges gewohnt und immer wieder heil heraus gekommen. Nur diesmal wurde es anders! Irgendwann dachte sogar ich, das war wohl nicht so clever! Wenden war irgendwann ein Ding der Unmöglichkeit und wir mussten wohl oder übel einfach weiter. Die Singeltrails wurden immer enger und steiniger. Dann ging's derart steil bergab, dass ich nur noch hoffte, einen Weg zu finden, um ja nicht mehr dort hinauf zu müssen. Nein, unsere Teilnehmenden werden das nicht fahren müssen, ausser jemand hat den Wunsch ;-)) Ich käme jedenfalls wieder mit...

 

Dann kam nur noch Bachbett... War man mit einer 1200-er GS nicht alles machen kann! Ist schon spannend und eigentlich hätte ich jemanden bei mir haben sollen, der mir irgendwann mal klar macht, dass Fahrer und Motorrad spezifische Grenzen haben.... Aber derjenige (mot2) war eben nicht an meiner Seite, und genützt hätte es wohl auch nichts, denn der ist ja der gleiche "Spinner" und hätte wohl auch nur gesagt: "Ist ja noch fahrbar, also los...!". Im Moment, als ich dachte, jetzt hast du Sche... gemacht, waren Ideen gefragt. Immer schön den Kuhfladen nach, die mussten ja auch irgendwo hergekommen sein. Also zu Fuss rekognoszieren und das bei rund 40°C im Schatten, um 18 Uhr am Abend in der Pampa, keinen blassen Dunst von einem Ahnungsschimmer wo ich genau war und nur noch mir 1/2 Liter Tranksame... Also alle überlüssigen Kleider ablegen und marschieren. PS: Wenn du Kleider in dieser Gegend ablegst, kontrolliere gut, bevor du wieder etwas anziehst, ob's nicht einen Skorpion drin hat! Und gegen die Schlangen hast du ja hohe Boots an und trample einfach laut! 

 

Den Weg, nach einem unglaublich anstrengenden Ritt durch ein mit ziemlich grossen Steinen durchsetzten Bachbett, hab ich den Weg (dem Kuhdreck sei dank!) wieder gefunden. Die Freude über einen normalen Feldweg haben Lady und ich so ausgedrückt, dass wir jede auch nur annähernd geeignete Kurve im Drift genommen haben... :-))))

 

Es ist jetzt vier Minuten vor Montag und morgen haben wir wieder einen Tag Offroad vor uns... Was er bringen wird, werden wir euch wieder erzählen, sobald wir wieder online sind. Die nächsten zwei Tage werden wir im Hotel d'Angelo an der Via Argento (siehe unten) verbringen und dort gibt's nicht mal Handyempfang. Also werden wir zwei Tage nur für uns sein und geniessen... Jedenfalls wird die Tour mal ein unvergessliches Erlebnis...

 

 

TRANS-SARDiGNA 2008

 

TRANS-SARDiGNA - Reko-Bericht

Da sich MoT1 beim heroischen Versuch, MoT2 vor dem sicheren Rückwärtsrollen in den Abgrund zu retten (obschon dieser schon längst wieder den Vorwärtsgang eingelegt hatte und tüchtig am Stoff geben war), in Sardinien den Daumen verstaucht hat (schöner Satzbau!), muss halt nun MoT2 in den sauren Apfel des Reko-Berichtverfassers beissen.


Wir waren also vom 06.09. bis 13.09.08 in Sardinien, oder eben in Sardigna, wie die Sarden sagen würden. Welcher der MoT's auf die Schnappsidee mit der TRANS-SARDiGNA gekommen ist, lässt sich heute nicht mehr zu 100% rekonstruieren. Heute will es ja niemand der 3 mehr gewesen sein. Sardinien, diese relativ unbekannte Mittelmeerinsel: alle kennen sie, aber fast niemand war jemals da. Oder dann "vor zig Jahren ....... und mit dem Auto". Somit war mal eine MoT-Quelle, welche wir jeweils vor jeder neuen Tour anzapfen, versiegt oder hat gar nie gesprudelt! Wir pflegen uns nämlich im Vorfeld einer neuen Tour recht genau zu informieren, in erster Linie aus Erfahrungsberichten von bekannten Biker. Hier aber: Fehlanzeige. Nächste Station war die Infosammlung aus dem i-net. Auch hier gibt Sardinien nicht viel her. Onroadberichte sind zwar hin wieder im Netz auffindbar, Offroad jedoch scheint Sardinien ein unbeschriebenes Blatt zu sein. Wenn wir schon keine Routenvorschläge, oder zumindest Hinweise auf befahrbare Regionen, gefunden haben, so sind wir wenigstens toll schlauer geworden. Sardinien ist mit einer Fläche von 24'000 km2 mehr als halb so gross wie die Schweiz ( 41'000 km2) hat aber nur rund 1,6 Mio Einwohner (Schweiz 7,5). In Sardinien leben auf einem km2 also 3 mal weniger Einwohner als hier bei uns. Das lässt doch darauf hoffen, einige grössere unbewohnte Gebiete aufzufinden.

 

 



Die Anreise: relativ unspektakulär via Gr. St.Bernhard - Alessandria - Genua - Fähre. Einschiffen ab 19h, Abfahrt 20h30, Ankunft in Porto Torres um 07h45, Cappuccino und Brioche in der Hafenbar von Porto Torres um 08h00: so einfach kann das Leben sein. Da wir im Vorfeld nicht genau gewusst haben, welche der verschiedenen Regionen zum Offroaden prädesdiniert sein würde, haben wir uns für ein Hotel in der Mitte Sardiniens entschieden......und genau dahin zog es uns erstmals.

 

Die Unterkunft, ein schnuckeliges Agritourismo mit Bungalows, befindet sich wirklich fast Mitten in Sardinien, sowohl in N-S als auch in W-E Richtung. Schwupps die Bikes entpackt und gleich los auf Entdeckungsfahrt, schliesslich sind wir ja auf Reko-Tour und nicht im Urlaub. Als erstes wurde die Westküste unter die Lupe genommen, genauer gesagt, die Region westlich von Oristano. Auf unseren 25-er Karten sollte es da einige Offroad-Tracks dem Meer entlang geben. Sollte......gabs aber nicht. Dh, es gab sie schon, nur eben immer wieder entweder von Asphalt unterbrochen oder für den normalsterblichen Endurero mit Dickschiff unfahrbar. Wir hielten uns strikte an unsere Mission: eine Rote mot-on-tour rekognoszieren. Auch wenn MoT1 und Mot2 diese Strecken zu zweit natürlich gefahren wären, mit einer Gruppe im Rücken und als Tour mit Schwierigkeitsgrad Rot waren diese Tracks nicht zu verwenden. Nach einer weiteren Stunde kam dann sofort die zweite Erkenntnis: mannnnn........diese Affenhitze! Das Thermometer zeigte mittlerweilen über 43 Grad an, Temperaturen also, welche jenseits des Enduristi-Wohlfühlbereichs liegen. Nach weiteren 2x Sackgassenfahren brachen wir die Übung ab ...... wir hörten nämlich ein kühles Bier unsere Namen rufen. Dummerweise in unserer Unterkunft, welche noch dummererweise über 80 km von uns entfernt war. Nach einem typischen 4-gängigem Sardischen Nachtessen (dh bereits nach der Vorspeise hat ein Normalsterblicher genug), liessen wir den ersten Tag bei Café - Limoncello - Myrte und ehrlichem, Rotem Landwein ausklingen.

Tag 2 sollte happig werden. Das Offroadrevier, gleich bei der Unterkunft beginnend, versprach interessant zu werden. Vorwieglich standen Waldwege und Feuerstrassen auf dem Programm, also ähnlich wie in den Pyrenäen. Für mich persönlich sind diese Pisten das höchste aller Gefühle. Auch wenn es immer wieder interessant und spannend ist, über die Felsen der LGKS oder den Schotter der Assietta zu jagen, an den Mix aus Sand und feinem Schotter der Feuerstrassen kommt nichts heran. Und: mit entsprechendem Tempo gefahren, sind diese Pisten auch ein vielfaches schwieriger als die erstgenannten. Die Geschichte des Day 2 ist schnell erklärt: der Mix aus Garmin-Routing, Karten- und Bauchentscheiden bescherte uns ein Repertoire von rund 100 km Offroadpisten, von easy bis tricky. Höhepunkt: die Offroadfahrt über einen Pass, dessen Name mir leider gerade entfallen ist und auf welchem seit über 100 Jahren wohl kein motorisiertes Fahrzeug mehr war. Ebenso spannend: die Rückfahrt den Hügel hoch auf einem Track, welcher zwar in Karte und Garmin als Offroad-Track eingezeichnet war, von uns aber das Prädikat "...............Strunzgeil!" erhielt. Sprich: eigentlich mit Gruppe auch unfahrbar.....aber wenn wir schon mal hier sind? Zudem: auch in einer Roten Mot-on-Tour muss es eine Challenge geben, n'est-ce-pas¨! Der Track war sicher einmal ein Fahrweg, vor langer langer Zeit. In den letzten 700 Jahren ist er aber zu einem Single-Track mutiert. Von Erosion gebeutelt und vom Planzenüberwuchs gezeichnet. Stellenweise mit Ästen, Sträuchern und anderem Gewüchs auf Gürtelhöhe, also etwas über dem vorderen Schutzblech. Und wie du dich da durch diese Wildnis zwängst, siehst du (nachdem die Äste und Blätter endlich aus deinem Blickfeld verschwunden sind) den Track in einer 90 grad Kurve mit 100% Steigung davon schweifen. An und für sich kein Problem, wenn du denn die entsprechende Geschwindigkeit parat hättest. Hast du aber nicht ..... und somit ergaben diese ca 50m die spannendsten, welche ich dieses Jahr Offroad erlebt habe! Eine weitere tolle Erkenntnis machten wir oben auf dem Berg, nur gerade mal 3 km Luftlinie vom rettenden, kühlen Bier entfernt: so tolerant die Sarden mit der Befahrung der Waldwege auch sind, so grausam sind sie mit den Öffnungszeiten der gleichen Tracks. Um 17h ist Schluss! Eingangs des letzten Waldstückes hinderte uns ein mit Kette geschlossenes Tor das bereits laut schreiende Bier zu erlösen! Die Folge davon: ein Umweg von 40 km, erst Offroad wieder zurück und dann via Hauptstrasse um den Berg herum! Toll!

Tag 3? Sandkastenspiele! MoT1, seit seinem Marokko-Tripp mit den Orangenen besessen vom Dünen-Surfen, wollte unbedingt selbiges Dünen-Surfen ausprobieren. Auch wenn Sand und Salzwasser seit jeher der natürliche Feind von MoT2 sind, was tut man nicht alles! Die Reise führte uns wiederum an die Süd-West Küste, wie am Day 1. Diesmal allerdings rund 80km weiter südlich. Das Gebiet, besser bekannt als Costa Verde, wunderschön! Der Abstecher ans Meer, durch eine verlassene Bleimine bei Piscinas, herrlich! Die Landschaften in dieser Ecke Sardiniens sind einfach Hammermässig. Die lustigen kleinen, runden, weissen Schilder mit rotem Rand und der Aufschrift "Jungs, Ihr dürft in Sardinien machen was ihr wollt, aber wenn Ihr in den Dünen herumfährt, werden wir mächtig sauer" zeigten uns aber, dass auch die Toleranz der Sarden ihre Grenzen hat. Wir haben diese selbstverständlich respektiert. Angesichts der Tatsache, dass das Thermometer immer noch über 40 Grand anzeigte, traten wir schon wieder die Rückfahrt Richtung "kühles, blondes" an. Der Rest des Tages? Schnell erzählt: 4 Gänger im Hotel, wiederum nach dem ersten Gang bereits satt!

Tag 4 trennte den Spreu vom Weizen! Im Vorfeld zur Tour sind wir im Internet auf einen Track Namens "Via dell'argento" aufmerksam geworden. Eine Uralte Strecke, erbaut im Mittelalter von den Minenarbeiter, um das hier gewonnene Silber zur Küste zu bringen. Viele von Euch mögen dies lächerlich finden, aber solche Tracks sind das Elixir von mot-on-tour! Der Zusatz "Enduro-Erlebnis-Reisen" steht nicht von ungefähr in unserem Logo. Solche sagenumworbenen Tracks sind genau das, was wir suchen! Ein bisschen im Dreck herumspielen, das kann noch schnell ein Enduro-Reisen-Anbieter. Aber Touren mit Bodenhaftung, mit geschichtlichem Background: wie geschaffen für uns! Nicht von ungefähr spielen unsere erfolgreichsten Touren (TRANS-LiGURiA, -ALPiNA und -MEDiTERRANEA) eben genau auf diesem Terrain. Schliesslich war die Route der TRANS-MEDiTERRANEA schon bekannt, als Napoleon noch Barfuss der Dorfmusik von Ajaccio hinterher lief, n'est-ce-pas! Somit sind auch sämtliche Route-de-Grandes-Alpes und auch die Route Napoleon allerhöchstens als Plagiat der Streckenführung der Trans-Med anzusehen. Also musste diese Via dell'Argento erkundet werden! Basta! Im Nachhinein gesehen, war dies ein grosser Fehler, ein sehr grosser sogar. Ein Fehler, welche die TRANS-SARDiA Nachhaltig verändern sollte. Das Revier der Via dell'Argento befindet sich ca 160 km Süd-Östlich von unserem Hotel. An und für sich kein Problem, denn diese 160 km versprechen allerhöchsten Fahrspass auf diesen wundervollen, kurvenreichen Sardischen Strassen. Mit etwas Verspätung haben wir den Einstieg zur Via dell'Argento auch erreicht. Dummerweise befindet sich nach knapp 5 Offroad-km ein kleines Hotel im Niemandsland. MoT1 konnte (wie üblich)  nicht daran vorbei fahren und wollte "nur schnell reingucken". Zum "Nein, wir haben leider keine Zeit" kam ich leider nicht mehr. Eine Interferenz hat unsere Funkunterhaltung unterbrochen ..... also haben wir dieses kleine, schnuckelige Hotel schnell besichtigt ...... und 10 min später für die TRANS-SARDiGNA 2009 gebucht! Schön für die Teilnehmer der TRANS-SARDiGNA 2009, denn das Agritourismo ist doch um Klassen besser als das von uns bewohnte. Pech jedoch für die Tourplanung der TRANS-SARDiA........denn die bereits erkundeten und getrackten Strecken befinden sich nun allesamt ca 160 - 200 km weit entfernt! Toll! Ich hätte doch lieber auf meine Grossmutter seelig gehört die Zeitlebens gesagt hat: "Junge, trau nie einem Tourguide!". Dem Wirt (Marco) haben wir natürlich stolz unseren Track gezeigt: Da gehen wir hin! Wir fahren die Via dell'Argento! Seinen Lachanfall, begleitet von den Worten "siete matti!" (zu Deutsch: Ihr habt doch einen Schuss in der Pizza!) werde ich nie vergessen!

Nun, mittlerweilen war es 16h, knapp 60 Offroad-Km und 160 Onroad-km lagen noch vor uns. Der Tag schien lange zu werden. Mit gemütlichem Cruising-Tempo fuhren wir die ersten km. Wunderschön! Sie führten uns in ein verborgenes Tal mit zig Flussdurchfahrten, welche jedoch allesamt Trocken waren. Der Weg verschlechterte sich zusehends, eigentlich haben wir auch nichts anderes erwartet. Die Tourbeschreibung sprach von einem gemächlichen Einstieg, einem Hammerteil zwischen km 5 und 14 und weiteren restlichen 50 gemächlichen km. Bis km 11 sind wir gekommen, dann war Schluss! Die vor uns liegende, abgerutschte Strasse hätten wir zwar noch Problemlos passieren können. Dahinter verengte sich der Track jedoch dramatisch. Eine Grundregel beim Dickschiff-Endurowandern lautet ja: wenn du das Bike nicht mehr alleine auf dem Seitenständer (oder dem Zylinder bei BMW-Modellen) drehen kannst ist Zeit, aufzuhören! Der Track nach dem Hindernis erfüllte diese Voraussetzung nicht mehr! Also: Absteigen und zu Fuss weiter! Unsere schlimmsten Befürchtungen wurden leider wahr: der Track wurde nur noch schmaler und war schliesslich nicht mal mehr als Fussweg erkennbar. An und für sich nicht so schlimm......wäre er denn nicht in eine Felswand gehauen worden.......dh links gehts senkrecht hoch, rechts senkrecht runter!

Schweren Herzens traten wir den Rückweg an. Das heisst, wir fuhren bis zum letzten bekannten Punkt zurück. War die Anweisung auf der Karte wirklich klar? Oder haben wir etwas übersehen? An der betreffenden Stelle sahen wir, dass 2 Wege nach Links führten, also musste der richtige nicht der von uns zuerst gefahrene, sondern der andere sein. Der Blick auf die Uhr versprach nix gutes: wir waren schon viel zu lange unterwegs und würden das rettende Bier wohl erst bei Dunkelheit erreichen! Der Rest der Geschichte ist schnell erklärt: der zweite Weg führte uns nach 2 Flussdurchfahrten ebenso ins Nirwana! Aber war da auf dem ersten Weg nicht noch eine Abweigung? Also noch einmal den ersten Weg hoch......nur um zu sehen, dass da zwar eine Abzweigung war, diese aber wieder an den gleichen Ort führte: ins Nirwana eben!

Übung abgebrochen! Die Rückfahrt durchs Tal war dann schon nicht mehr so easy wie die Hinfahrt. 10h auf dem Bock haben ihre Spuren hinterlassen und an der Kondition gezehrt. Normalerweise fliegen MoT1 und MoT2 bei Reko-Touren im Formationsflug über die Pisten. Wird der Abstand plötzlich grösser so kann man eine Bank darauf verwetten, dass etwas unvorhergesehenes passiert ist. So wie hier: Plattfuss bei MoT1! Na Bravo! Die kühle Blonde musste halt noch ein bisschen warten. Auch wenn die Panne in Rekordtempo behoben war, Rekordtempo bedeutet immer noch mind. eine halbe Stunde. Um das bereits über den Haufen geworfene zeitplaning nicht noch weiter zu strapazieren, wurde die Rückfahrt kurzerhand umgeplant: via Cagliari auf die (langweilige) SS 131 und schnellstens zum Bier. Die Fahrt von unserem Standort nach Cagliari ...... etwas vom schönsten, was ich in meiner langjährigen Karriere je erFahren durfte! Küstenstrasse - eine Kurve nach der anderen - Belag griffig - Passt!

Mittlerweilen ist es Dunkel geworden, auf der  Autobahnmässigen SS131 fliegen wir gegen die Unterkunft zu. Jeder von uns ein bisschen am Träumen und am verarbeiten dieser wundervollen Bilder. MoT1 hat mittlerweilen den Lead übernommen und MoT2 froh, dass er heute zum ersten Mal einfach einem Rücklicht nachfahren darf, ohne sich gross zu konzentrieren. Bis das Rücklicht schlagartig nicht mehr da war. Mot1 zwar schon noch......aber die Ampere-Käfer seiner Maschine traten urplötzlich in den Ausstand ....... und dies bei 140 auf der Bahn! Na ja....was solls. Der Terminplan des heutigen Tages ist eh am A..... also kommt es auf eine weitere Panne auch nicht mehr drauf an! Nach kurzer Zeit haben wir den Übeltäter ausfindig gemacht: ein loser + Pol an der Batterie! Um 22h30 konnten wir das arme Bier endlich befreien und den Abend ausklingen lassen!

Der letzte Tag? Relax! Mit der Gewissheit, dass unsere geplante TRANS-SARDiGNA eh komplett neu konstruiert werden muss, liessen wir den letzten Tag ruhig angehen. Gemütliches Morgenessen bei unserem Wirt Gianni, ihm auch gleich erklärend, wie wir es geschafft haben, Abends zuvor die 2 Flaschen Limoncello und Myrte, die 12 Bier und 2 Krüge Wein zu konsumieren und trotzdem frühmorgens auf der Matte zu stehen. Gelernt ist eben gelernt!

Die Heimfahrt? Ein bisschen stürmischer als die Hinfahrt, aber sonst das gleiche in Grün. Windhosen sind eine faszinierende Sache ..... sofern man sie denn aus der Ferne betrachten kann.

Fazit: Die TRANS-SARDiGNA wird eine Hammertour, die beste mot-on-tour-ever! Wer sie verpasst, ist selber schuld!  Das Land, die Tracks, die Strassen, die Sarden ..... sie alle haben uns einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Wir freuen uns riesig auf die TRANS-SARDiGNA 2009 ...... auch wenn wir mit der Planung wieder bei Null beginnen!

 

Ciao Sardegna ...... a l'anno prossimo!

 

....was tun wir nicht alles für unsere Gäste! ;-)