TRANS-SARDeGNA 2011
Reisebericht zur TransSardena 2011
Wir schreiben den Sonntag, 2. Oktober 2011...
... nach einer mehrstündigen Anfahrt nach Genua, einem kurzen und unkomplizierten Einchecken auf die Fähre... befand ich mich auch schon an einem Tisch, inmitten einer erlauchten Runde von sehr versierten Enduristen. Erst mal die Lage und die anderen Teilnehmer "abchecken", lautete die Devise. Ich klammerte mich an meinem Bierchen fest, sass still auf meinem Hocker und lauschte mit immer grösser werdenden Ohren und immer kleiner werdendem Selbstbewusstsein, den Geschichten meiner Mitstreiter zu. Sie handelten von vergangenen Mot-on-Tour Reisen, von verlorenen und gewonnen "Off-Road-Schlachten", von schwierigsten Bedingungen in Fluss-Beeten, "Blüemli-Hill"-Besteigungen, etc. etc. (Was "Blüemli-Hill" bedeutet, sollte ich in der nächsten Woche auch noch erfahren)
Die Fähre legte ab, und spätestens jetzt fing ich langsam an, meine auswegslose Lage und mein Vorhaben zu realisierten. Ich möchte an dieser Stelle erwähnen, dass ich auf eine eher überschaubare Off-Road-Karriere zurückblicke... Trotzdem überwiegte die Vorfreude und ein leises Gefühl sagte mir, dass ich und meine GS zum richtigen Zeitpunkt am genau richtigen Ort waren!
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Am nächsten Tag, nach einem starken sardinischen Kaffee, ging es erstmal schwungvoll in Richtung Süden und ich erlebte auf der Hinfahrt schon die erste Erkenntnis. Wow!!! Sardinien ist die Insel, auf der die Götter Urlaub machen!!! Und wären sie in einem Hotel abgestiegen, wäre dies das "Sant' Angelo" gewesen!!! Wunderschöne Lage, null Handy-Empfang, und einer einladenden Limocello Terasse !
Nach einem "Willkommens-Bierchen und einem exorbitaten Abendessen (es sollen in dieser Woche noch mehrere davon folgen, ich hätte meine Off-Road-Hose doch eine Nummer grösser kaufen sollen!!!) lösten sich meine Zweifel ins Nichts auf und es herrschte nur noch Vorfreude auf die nächsten paar Tage. Aber zurück zu der illustren Runde. Sie bestand aus Mot1 "Stephan", Mot5 "Bruno", Mot7 Anwärterin "Michelle", Pedro, Iwan, Roli, sowie Jacky, Fabi und meiner Wenigkeit. Ach ja, und an diesem Abend machte mich Stephan gleich mit der wichtigsten Regel des Offroad-Fahrens bekannt "Alles isch fahrbar :-)".
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Dienstag, 4. Oktober 2011...
... Mot5 und sein Gefolge tobten sich vermutlich schon irgendwo auf den Sardinischen Geröll-Pisten aus, während wir, die "Chrabelgruppe", von Stephan mit zarter Hand, noch mehr Geduld und sehr viel Einfühlungsvermögen in die hohe Schule des Offroad-Fahrens einführt wurde. "Fahrbahn läse"! "Vüre luege"! u.s.w. Und es wartete eine weitere Erkenntnis auf mich! Auf einem Motorrad kann man sogar stehen :-)... "Drift's" und "Wheelies" nach dem Mittagessen sowie der Abstecher ins berühmt berüchtigte "Flussbeet" krönten den Nachmittag, womit der 1. Fahrtag dann auch schon der Vergangheinheit angehörte.
Und wieder ein Abendessen der Superlative! (Hmmm, sass die Hose vorgestern nicht etwas lockerer auf der Hüfte ???) Müde und zufrieden genoss ich das anschliessende gemütliche Beisammensein (es handelte sich natürlich um das Briefing für die anspruchsvolle anstehende "Blüemli-Hill Besteigung". An dieser Stelle ganz lieben Dank nochmals an die grosszügigen Appenzeller- und Röteli-Spender
Die erste grosse Ausfahrt! Die Cracks mit der "Chrabbelgruppen-Fraktion. Vor uns lag ein sonniger, wunderschöner Tag mit über 70 km Schotter- und Offroad-Pisten! Los gings! Wohin? Wodurch? Worüber? Keine Ahnung! Fragt unsere Mot's! Ich nämlich war zu jenem Zeitpunkt mit ganz anderen Dingen beschäftigt. Kaum sank mein Pulsschlag irgendwann wieder mal auf eine tiefere Frequenz, schoss mir gleich wieder eine neue Ladung Adrenalin, gefolgt von einer Dosis Endorphinen ins Blut. Ja, ich wurde gefordert an diesem Tag. Aber niemand hat behauptet, dass die TransSardegna mit Mot-on-Tour ein Kindergeburtstag ist!!! Für mich war diese Offroad-Ausfahrt das Mass aller Dinge! Ich musste mich oftmals überwinden, bin aber auch um Welten gewachsen und schliesslich gelang auch die Besteigung des mysteriösen "Blüemli-Hill". Und das ganze immer vor atemberaubender Kulisse, mit tollen Mitstreitern, bei bester Laune und dank dem Ratschlag der künftigen Mot7 "Michelle"... hier die Mutter aller Erkenntnissen. "Wenn Angscht überchosch, muesch eifach nur Gas geh"!!!! Danke Michelle!!! :-))))
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Und so verging Tag um Tag der TransSardegna... Viel zu schnell! So gäbe es noch sehr viel zu erzählen. Vom Abstecher zum Strand mit fröhlichem "Bike-in-den-Sand-Eingraben", von Limocello-Briefings... Als ich während einer Abfahrt doch noch schnell meine GS abändern musste, da ich fand, ein unbeschädigter Blinker sowie ein GS-Tank ohne "Kampf- und Schleifspuren" sähen blöd aus... Vom Moment, als ich feststellte, dass ich die Hose definitiv zwei Nummer grösser hätte kaufen sollen... und von so vielem mehr.
Lieber Mot1, herzlichen Tank für Deine Hilfe bei meinen ersten Offroad-Chrabelversuchen! Mot5, für Deine fürsorgliche Befreiungsaktion (Lisa unter GS). Michelle, Dein Ratschlag wird mich künftig auf all meinen Off-Road Touren begleiten. Jacky und Fabi für die nette Gesellschaft, Iwan, für's "Geländetauglichmachen" meiner GS Pedro, für die kleine grüne Büchse, die das Warten auf die Fähre enorm verkürzt hat! Und Roli, der mir bestätigte, dass meine Finger heil geblieben ist!
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Auf der Heimfahrt eine letzte Erkenntnis... Ich und meine GS waren in den vergangenen Tagen exakt zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort gewesen. Und würden die Götter Endurofahren, würden sie es mit Mot-on-Tour tun!
Somit lässt sich die gesamte letzte Woche in einem Satz ausdrücken. "Es war einfach saugeil!!!!"...
... was heissen mag, ich freue mich schon auf die nächste Trans!
Lisa















